Tierphysiotherapie

 

Physiotherapie ist eine uralte Methode, die sich nicht nur beim Menschen bewährt hat. Auch Tiere profitieren zunehmend davon, da immer mehr Besitzer auf diese wichtige Unterstützungsmöglichkeit aufmerksam werden.

Das erste Buch über Physiotherapie für Pferde wurde bereits 1967 vom Autor Sir Charles Strong publiziert. Nicht nur Massage für Tiere, sondern auch die anderen Bereiche der Physiotherapie für Tiere, rücken seitdem immer mehr in den Fokus der verantwortungsvollenTierbesitzer.

Außer den Verfahren der Bewegungstherapie kommen bei der Tierphysio auch begleitende physikalische Maßnahmen zum Einsatz. Es geht um das Bewegungssystem, um seine Funktionsart und Entwicklung, wobei Sensorik und Motorik ein essentielles Wechselspiel darstellen. Die Physiotherapie für Tiere wird vorbeugend, in Akutfällen und im Zuge der Reha eingesetzt.

Der Ablauf der Physiotherapie

Die Tierphysiotherapie enthält folgende wesentlichen Arbeitsschritte:

  • Problemerkennung
  • Planung
  • Umsetzung

Nach Befunderhebung und Diagnosestellung durch den Tierarzt definieren behandelnder Veterinär, Besitzer und Tierphysiotherapeut das Therapieziel.

Der Behandlungsplan wird erstellt und laufend überprüft und im Zuge des interdisziplinären Informationsaustausches angepasst.

Die gesetzten Schritte und Reaktionen des Tieres darauf werden genau dokumentiert. Dazu ist die enge Zusammenarbeit zwischen Tierbesitzer, Tierarzt und Physiotherapeut unerlässlich.

Die Einzelschritte nach tierärztlichen Diagnose und Therapieanordnung  sind:

  • die Befunderhebung und Datenbeschaffung durch die Tierhysiotherapeutin/den Tierphysiotherapeuten,
  • tierphysiotherapeutische Beurteilung,
  • Ziel und Planung,
  • Rücksprache mit dem behandelnden Veterinär,
  • Umsetzung der geplanten Schritte,
  • Erfolgskontrolle mit Evaluierungsschleifen und
  • Abschluss mit Kontrolle beim Tierarzt.

Im Veterinärbereich fehlt den Tierphysiotherapeuten, als Pendant zu den Humanphysiotherapeuten im Humanbereich, als ausgebildeten Fachkräften, eine Gesetzesgrundlage zur Ausübung ihres Berufes.

Tiere dürfen derzeit von Physiotherapeuten nur nach Anweisung des Tierarztes als Hilfskraft tätig werden. Hierbei ist es völlig unerheblich, ob man ein staatlich anerkannter Humanphysiotherapeut ist, der auch Tiere behandeln möchte, oder ein reiner Tierphysiotherapeut.

Dies bedeutet konkret, dass der Tierarzt, der nur in den seltensten Fällen eine dementsprechende Ausbildung besitzt, die physiotherapeutische Therapieplanung vornehmen muss und den Tierphysiotherapeuten genau anweisen muss, welche Techniken er wo anwenden soll.

Wir setzen uns dafür ein, dass ein Gesetz für Tierphysiotherapeuten geschaffen wird, damit sie selbstständig nach der Diagnose des Tierarztes arbeiten können, indem sie selbst den physiotherapeutischen Therapieplan erstellen und umsetzen, wofür sie gesondert ausgebildet sind.
Der rege Austausch mit dem Tierarzt bleibt selbstverständlich erhalten, denn er dient dem gemeinsamen Ziel.
Wir fordern auch eine anerkannte Prüfung für Tierphysiotherapeuten, die im Sinne des Verbraucherschutzes “die Spreu vom Weizen trennen” würde.